Es war ein eisiger Morgen im Heckengäu. Der Atem bildete kleine Wolken, und jeder Schritt knirschte im Schnee. Harry zog seinen Schal fester und Buddy – in seiner knallorangen Weste – tapste mutig voran. Seine kleinen Pfoten hinterließen eine perfekte Spur.
"Wau! Wau!" bellte Buddy und blieb abrupt stehen. Vor uns öffnete sich zwischen zwei Tannen ein Spalt, den wir im Sommer nie gesehen hatten. Dahinter funkelte es. Blau. Grün. Wie tausend Sterne.
Eine Eishöhle. So klar, dass man durch die Wände schauen konnte. In ihrer Mitte, auf einem Sockel aus Eis, schwebte ein Kristall. Er leuchtete von innen.
"Das muss der Winter-Kristall vom Heckengäu sein", flüsterte ich. Buddy war schon los. Und dann passierte es: Er rutschte aus. Seine Pfoten fanden keinen Halt mehr. „Wuiii!“ – er schlitterte quer durch die Höhle, direkt auf den Sockel zu.
Ich rannte hinterher, rutschte selbst, und landete mit einem lauten Plumps neben ihm. Wir lagen da, zwei Abenteurer auf dem Po, und mussten lachen. Der Kristall über uns wackelte gefährlich.
In dem Moment verstand ich: "Buddy, wir dürfen nicht einfach drauf los. Wir müssen zusammen arbeiten." Buddy schaute mich mit seinen großen Ohren an und nickte – so gut ein Frenchie eben nicken kann.
Wir nahmen unsere Schals. Harry band sie zusammen, Buddy hielt mit den Zähnen die eine Seite fest. Ganz langsam, Schritt für Schritt, zogen wir uns am Eisrand entlang. Buddy bellte leise den Takt: Wuff. Wuff. Schritt.
Als wir endlich beim Kristall ankamen, wurde uns warm ums Herz. Nicht weil er heiß war, sondern weil wir es geschafft hatten. Wir berührten ihn nicht. Wir ließen ihn leuchten. Denn manchmal ist das größte Abenteuer nicht, etwas mitzunehmen, sondern es zu bewahren.
Auf dem Rückweg rutschten wir übrigens noch zweimal aus. Absichtlich. Weil es einfach Spaß machte. Draußen fiel wieder Schnee, und Buddy schüttelte sich, dass die Eis-Kristalle nur so flogen.
Zusammenhalt lässt dich auch auf dem glattesten Eis nicht fallen.